Die Diagnose Krebs stellt einen tiefgreifenden Einschnitt in alle Lebensbereiche dar und bringt oft erhebliche physische sowie psychische Belastungen mit sich. In dieser herausfordernden Zeit kann ein individuell abgestimmtes Bewegungs- oder Sportprogramm eine wertvolle Unterstützung sein. Es kann Ihnen helfen, stabil zu bleiben, besonders in Phasen des Abwartens oder während der Therapie, um Ihr Wohlbefinden zu fördern und Ihr Immunsysstem zu stärken. Bewegung wird heute nicht mehr als Risiko, sondern als Chance gesehen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und die Lebensqualität zu steigern.1
Sport & Bewegung
Sport und Bewegung bei Krebs
Krebsbegleiter Redaktion, 29. Januar 2026
Körperliche und psychische Vorteile von Sport1,2
Neben den körperlichen Vorteilen, wie der Stärkung des Herz-Kreislaufsystems, der Verbesserung der Mobilität und der Steigerung der physischen Belastbarkeit, wirkt sich Bewegung auch positiv auf die Psyche aus. Sie kann helfen, Selbstvertrauen und Lebensfreude zu fördern, Stress und Ängste abzubauen und den Schlaf zu verbessern. Durch sportliche Aktivität wird zudem die Eigenverantwortung gestärkt, das Vertrauen in den eigenen Körper wächst, und Sie können Ihren Alltag aktiver gestalten, statt sich passiv treiben zu lassen. Dies fördert Hoffnung und Zuversicht, wie Dr. med. univ. Roland Naglis vom Gynäkologischen Tumorzentrum am LKH Hochsteiermark betont: „Sport bzw. Bewegung spielt eine wichtige, oft unterschätzte Rolle im Umgang mit Krebs“.
Gemeinsam aktiv – der soziale Nutzen von Bewegung1
Ein weiterer Aspekt ist die soziale Komponente von Bewegung. Wenn es schwerfällt, allein aktiv zu werden, kann die Teilnahme an Gruppenaktivitäten motivierend wirken. Der Austausch mit anderen Betroffenen, das Erleben von Zusammenhalt und das Knüpfen neuer Freundschaften können helfen, Isolation zu vermeiden und die psychische Belastbarkeit zu erhöhen. Gemeinsame Aktivitäten bieten nicht nur körperliche, sondern auch emotionale Unterstützung.
Bewegungsmangel vermeiden – ein wichtiger Schritt zur Gesundheit2
Bewegungsmangel ist ein allgemein bekanntes Gesundheitsrisiko und kann bei einer Krebserkrankung zusätzliche Probleme verursachen. Laut der WHO bewegt sich eine Person zwischen 18 und 64 Jahren zu wenig, wenn sie wöchentlich weniger als 150 bis 300 Minuten moderater Aktivität (wie zügiges Gehen, Tanzen oder Fahrradfahren) oder weniger als 75 bis 150 Minuten intensiver Aktivität (wie Joggen oder Schwimmen) ausübt. Langfristig erhöht Bewegungsmangel das Risiko für Erkrankungen wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und bestimmte Krebsarten wie Brustkrebs. Auch psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder Demenz treten häufiger auf, wenn Bewegung fehlt. Sport kann hier als Ausgleich dienen, um Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Stress zu lindern.
Tipps, wie Sie Bewegung in Ihren Alltag integrieren können1
Sie müssen den Weg durch Krankheit und Therapie nicht allein gehen.
Im Gegenteil: Es ist wichtig, dass Sie alle Ihre Fragen und Ängste mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrem Behandlungsteam besprechen. Dies gilt auch und vor allem für ein Bewegungstraining bzw. ein Sportprogramm, denn Sie können nur dann davon profitieren, wenn es genau auf Ihre individuelle Situation, auf Ihre Erkrankung und auf Ihre Leistungsfähigkeit abgestimmt ist.
Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Therapeutin oder Ihrem Arzt/Therapeuten, welche Bewegungsform, bzw. Sportart für Sie in Frage kommt (eher Physiotherapie, Massagen, Atemtherapie, oder Sporttherapie).
Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach der Möglichkeit einer Physiotherapie, wie z.B. Wassergymnastik.
Wählen Sie eine Bewegungsform oder Sportart, die Ihnen immer schon Spaß gemacht hat oder Ihren passend erscheint und Sie nicht überfordert.
Lassen Sie Ihre körperliche Fitness durch eine Kardiologin und/oder Sportmedizinerin bzw. einen Kardiologen und/oder Sportmediziner testen, damit Ihr Bewegungsprogramm genau an Ihre Leistungsfähigeit angepasst werden kann.
Aller Anfang ist schwer: Lassen Sie es daher langsam angehen und hören Sie auf die Signale Ihres Körpers.
Folgen Sie in Bezug auf Trainingsgestaltung, -dauer und -häufigkeit sowie hinsichtlich eventueller Risiken den Ratschlägen Ihres Therapieteams.
Nutzen Sie Informationen von Institutionen, wie z.B. der Österreichischen Krebshilfe.
Suchen Sie sich Gleichgesinnte in einer Sportgruppe, z.B. beim Rehabilitationssport.
Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse über Trainingsangebote und über die Möglichkeit einer Kostenübernahme.
Bauen Sie auch in Ihren Alltag immer wieder Bewegungsphasen ein, indem Sie z.B. mit Familie oder Freunden kleinere Spaziergänge machen, Einkäufe zu Fuß erledigen, mit dem Rad statt mit dem Auto fahren, nehmen Sie die Treppe anstelle des Aufzugs etc.
Nehmen Sie sich nicht zu viel vor; setzen Sie sich nicht unter Druck; stressen Sie sich nicht mit Vorwürfen, wenn Sie es einmal nicht schaffen, Ihr Programm einzuhalten
So bewahren Sie sich die Freude an der Bewegung und am Sport
Ihr Trainingsprogramm sollte nicht zu einem zusätzlichen Stressfaktor werden, der Sie beunruhigt oder belastet. Im Gegenteil: Sie sollen es genießen und spüren, wie gut es Ihnen tut. Natürlich wird es Tage geben, an denen Sie sich nicht oder nur schwer überwinden können – das ist normal. Wichtig aber ist, dass Sie grundsätzlich mit Spaß bei der Sache sind und so gut, wie es Ihnen möglich ist, in Bewegung bleiben.
War dieser Artikel für Sie hilfreich?
Danke für Ihr Feedback!
Referenzen:
www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_CLL_1810011.pdf
https://www.mamableibgesund.at/sport-und-brustkrebs; aufgerufen am 16.12.2025
AT-16011, 01/2026
informieren sie sich über
Weitere Krebsarten
Erfahren Sie mehr über die häufigsten Krebsarten in Österreich und wie diese erkannt und behandelt werden.