Eierstockkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen und umfasst verschiedene aus den Zellen des Eierstocks hervorgehende bösartige Tumore.1 Sie werden alternativ auch als Ovarialkarzinome bezeichnet. Eierstockkrebs betrifft im Laufe des Lebens etwa eine von 76 Frauen und tritt erst relativ spät und mit zunehmendem Alter häufiger auf. Allerdings ist jede zehnte betroffene Frau unter 45 Jahre alt.2
Eierstockkrebs
Symptome und Diagnose
Krebsbegleiter Redaktion, 21. Januar 2026
Inhaltsverzeichnis
Bekannte Risikofaktoren bei Eierstockkrebs
Es können drei Gruppen von Risikofaktoren unterschieden werden, nämlich
hormonelle,
vererbbare
und von vergleichsweise geringerer Bedeutung auch umweltbedingte.1
Zudem gilt, wie für viele andere Krebsarten auch, dass das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken mit dem Alter zunimmt. So liegt das mittlere Erkrankungsalter bei 69 Jahren und die Erkrankungsraten steigen zum 85. Lebensjahr weiter an.2
Hormonelle Risikofaktoren:
Ein wesentlicher Risikofaktor ist statistisch gesehen die Anzahl der Eisprünge.3 Mit zunehmender Zahl an Eisprüngen im Laufe des Lebens steigt das Risiko, Eierstockkrebs zu bekommen an. Umgekehrt wird durch die Einnahme der Antibabypille sowie durch mehrere Schwangerschaften und Stillzeiten das Risiko für Eierstockkrebs vermindert. Frauen, die nie schwanger waren, tragen ein erhöhtes Risiko, während eine Sterilisation durch Verschluss der Eileiter das Risiko verringert.1
Eine Hormonersatztherapie zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden geht mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Eierstockkrebs einher, ebenso wie (wahrscheinlich) Hormonbehandlungen zur Kinderwunschtherapie.1
Modifizierbare/umweltbedingte Risikofaktoren:
Ein weiterer Risikofaktor ist starkes Übergewicht (Adipositas) und unter den Umweltfaktoren ist die Exposition gegenüber Asbest als Risikofaktor bekannt.1
Genetische Risikofaktoren:
Erbliche Faktoren sind für ca. 10–15% aller Fälle verantwortlich. Beim „familiären Brust- und Eierstockkrebssyndrom“ liegt eine erbliche Belastung innerhalb der Familie vor, die bei einem Teil der betroffenen Familien das Risiko der Erkrankung für die beiden bezeichnenden Krebsarten erhöhen kann, was aber keinesfalls zwingend der Fall ist.1
Am häufigsten liegen dabei Veränderungen der beiden Gene BRCA1 (für BReast CAncer) und BRCA2 vor. Liegt eine Veränderung von BRCA1 vor, beträgt das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken bei etwa 40%, bei BRCA2 beträgt es 10–20%. Durch das beidseitige Entfernen der Eierstöcke mit Eileitern kann das Erkrankungsrisikos für erblichen Eierstockkrebs gesenkt werden.1
Späte Diagnose durch unspezifische Symptome
In rund drei Vierteln der Fälle wird eine Ovarialkarzinom erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt und es gibt keinerlei spezifische Frühsymptome. Ein wesentlicher Grund dafür wird darin gesehen, dass das Becken und die Bauchhöhle dem ungehinderten Tumorwachstum viel Platz bieten und deshalb keine Beschwerden verspürt werden.
Ein weiterer Grund ist, dass selbst wenn Beschwerden auftreten, diese typischerweise sehr unspezifische Symptome sind, die mit allerlei anderen Beschwerden in Zusammenhang stehen könnten, wie etwa:2
Verdauungsbeschwerden
Völlegefühl
Blähungen
Übelkeit
Schmerzen
Verstopfung
häufigeres Wasserlassen
Leistungsminderung
Zunahme des Bauchumfangs
Nur etwa 8% der Eierstocktumoren sind sogenannte Keimstrang-Stroma-Tumore, welche oftmals Hormone bilden. Entsprechend können dort typische, hormonbedingte Anzeichen wie vaginale Blutungen nach der Menopause auftreten.
Diagnose von Eierstockkrebs
Eine tatsächliche Absicherung der Diagnose Eierstockkrebs ist meist erst durch eine Operation möglich. Zuvor erfolgt eine Tastuntersuchung durch den Frauenarzt, dann eine Ultraschalluntersuchung der inneren Geschlechtsorgane. Zusätzlich können die inneren Organe wie Leber, Nieren, Milz und Darm untersucht werden und die Bauchhöhle und der Brustkorb, um festzustellen, ob und wie weit der Krebs bereits gestreut hat.
Eine detaillierte Untersuchung kann anschließend durch speziellere Bildgebungsverfahren wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Positronen-Emissions-Tomographie (PET) erfolgen.
Hat sich der Verdacht so weit erhärtet, folgt im Allgemeinen dann eine „diagnostische Operation“, bei der Tumorgewebe für die anschließende mikroskopische und molekulardiagnostische Untersuchung entnommen wird, sowie Bauchwasser zur Untersuchung auf vorhandene Krebszellen. Insofern es möglich ist, wird das gesamte Tumorgewebe vollständig entfernt. Ist bereits ein fortgeschrittenes Stadium diagnostiziert, wird zusätzlich metastasenbefallenes Gewebe in den betroffenen Organen entfernt, um eine weitgehende Tumorfreiheit zu erreichen. Über die weiteren Schritte wird dann anhand der Resultate der Operation und der Befunde aus den Gewebeuntersuchungen entschieden.1
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Referenzen:
Eierstockkrebs. Ein Ratgeber für Patientinnen. Patientenleitlinie aus dem „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe. April 2018.
Ovarialkarzinom – Leitlinie. Onkopedia. Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen. Juli 2023.
Eierstockkrebs. Diagnose – Therapie – Nachsorge – Hilfe. Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie der OEGGG und Österreichische Krebshilfe. 2023.
AT-15847, 02/2026
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